…die Sterne vom Himmel

Mal wieder kein Motto der Woche geschafft, allerdings möchte ich zu meiner Verteidigung anführen, das ich die letzten zwei Wochen so ganz nebenbei einiges organisiert habe 😉

Diesmal, so hatte ich beschlossen, lag das Thema „Heiratsantrag“ bei mir. Da traf es sich doch gut, dass die beste Ehefrau von Allen Geburtstag hatte. Dazu passte es, sie zu einem Candlelight-Dinner einzuladen. Nur wo? Hin gedacht, her gedacht, rumgefragt, beim Fernsehturm gelandet. Falls hier jemand aus der Umgebung von Stuttgart kommt: Das Candlelight-Menü vom Leonhardts auf(!) dem Fernsehturm ist absolut zu empfehlen. Beim Essen über das Funkeln der Stadt zu schauen ist einfach super, die drei Gänge waren superlecker.

Danach hatte ich eigentlich geplant, mit meiner Liebsten in die Sternwarte zu gehen. Allerdings war schnell klar, dass wir bei der aktuellen Sturmtieflage keine Chance auf klaren Himmel haben würden. Und da kam dann die Idee meinem Schatz die Sterne vom Himmel zu holen. Ich dachte noch an „Teelichter“. So ganz oldschool, mit Feuer. Mein „Partner in Crime“ – einer meiner besten Freunde – gab dann allerdings völlig richtig zu Bedenken, dass die bei Wind ausgepustet sind wie nichts. Orkanböen pusten auch das windigste Windlicht aus. Wir wollten dann auf LED-Teelichter umsteigen. Der Haken: Ich hätte sie irgendwie einkaufen müssen ohne dass die beste Ehefrau von Allen das mitbekommt. Ging nicht.

Ein Hoch auf die Erfindungsgabe und Bastelleidenschaft… ich faltete Origamiblüten (sozusagen Kunstblumenwiese im Gras) und mein PiC hatte die brillante Idee in jede Origamiblume eine LED zu stecken und das dann an eine Knopfzelle zu löten. Daraus legte er dann das Sternbild „Fische“ in die Wiese und – Voilà – ich hatte meinem Augenstern die Sterne vom Himmel geholt.

Kurz und gut: ein voller Erfolg, ein perfekter Geburtstag und eine der Geschichten, die man sich immer und immer wieder erzählen wird.

Verzwirnt und Zugeknöpft

Ich komme tatsächlich mal wieder zu einem Beitrag! Einem echten Beitrag!

Die letzten beiden Wochenenden habe ich mal wieder in aller Ausgiebigkeit meiner Bastelliebe gefröhnt, diesmal ging es um Zwirn- und Posamentknöpfe. Zuerst habe ich im Rahmen eines Knopfmarktes ausgestellt und kleine Workshops angeboten, am Samstag folgte dann der Ganztages Workshop „How to zwirn a Knopf“ oder so ähnlich.

Am Ende des Tages hatte ich – auch wenn es nur vier sehr nette Teilnehmerinnen waren – einen echten Sozialkater, es ging nichts mehr, ich kippte mit Schüttelfrost auf die Couch.

Wow. Irgendwie scheint die Kompensationsfähigkeit meines inneren Aspies aktuell abzunehmen. Immer öfter knockt er mich mit Overload aus und sagt mir ganz klar: Bis hier her und nicht weiter. Ob das wirklich ein gutes Zeichen ist für jemanden, der sich in einem Bereich selbständig machen möchte, wo er oft intensiv mit Leuten zu tun hat? Huh. Ich hoffe noch drauf, dass sich das wieder einpendelt, wenn ich mal wieder so was wie *echten Urlaub* haben darf.

Uuuuufffff

Ich habe den Blog oder euch nicht vergessen, die letzten Wochen waren nur mal wieder trubulös. Erst eine böse Erkältung, dann eine dreitägige Fortbildung und diese Woche darf ich die verpassten zwei Wochen reinarbeiten. Wie es halt so ist…

Ich hoffe, euch ab nächste Woche wieder den üblichen Rhythmus bieten zu können (und nichts in der Welt wird mich jemals dazu bringen dieses Wort anders zu schreiben, dazu haben wir es in der Schule zu mühsam auswendiggelert 😀 )

Das Br-Outfit

Und da waren sie wieder, meine blöden Wortspiele 😀 Ich habe am Freitag tatsächlich innerhalb von zwei Stunden mein Braut-Outfit gefunden und bin immer noch ganz baff.

Nachdem ich beschrieben hatte, was ich mir so vorstelle, haben wir Möglichkeiten gesammelt, insgesamt hatte ich dann tatsächlich drei weiße Jumpsuits und einen schwarzen, der in weiß bestellbar gewesen wäre, alle ungefähr in meiner Größe.

Der Schwarze war als erstes dran, denn die absolute Schlichtheit überzeugte mich. Als ich das Ding dann anhatte allerdings nimmer so, er war nicht so figurfreundlich wie gedacht.

Dann der zweite Anlauf: ein weißer Jersey-Jumpsuit mit asymmetrisch geschnittener und an der Taille toll geraffter Chiffontunika… Ja. Absolut, das war’s! – Wenn mir jetzt noch einer verrät, wieso Kleemeier seine Jumpsuits im Internet nullo bewirbt…?

Trotz allem, irgendwas fehlte. Bei den Internetbildern hatte ich immer wieder mal so „Schulterschleier“ gesehen, die nicht auf dem Kopf festgemacht werden. Die Verkäuferin nickte „Capeschleier. Das haben wir einen, ich hole ihn.“ – Drübergeworfen und: Per…fekt. Besser geht nicht.

Dazu noch Schuhe mit Glitzerspange (und Mörderabsatz… aber das kann ich ja 🙂 )Nun heirate ich in einem bequemen Jumpsuit mit einer hauchzarten Schleppe… Bilder dann, wenn das Gewand der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Hochzeit auf Raten? Ja!

Die beste Ehefrau von allen und ich haben vor sechseinhalb Jahren eine eingetragene Lebenspartnerschaft geschlossen. Nun gibt es ja die Ehe für alle. Und wir hatten mitbekommen, dass man relativ problemlos umschreiben lassen kann.

Das wollten wir dann mal in Angriff nehmen, aus steuerlichen Gründen, auch weil es vieles noch mal einfacher macht.

Diesmal überraschte uns die deutsche Bürokratie irgendwie positiv. Wir hatten gedacht, dass das so ne simple Sache ist mit „Beantragen, unterschreiben und gut“. Aber nein. Wir bekommen doch glatt noch mal ne Hochzeit. Standesamtliche Trauung, die Zweite. 😀 Ein großes Fest machen wir nicht nochmal, aber eine schöne Trauung mit Freunden und Kaffeeklatsch, plus einer Grillparty im Wald bei der wir nur ne Kühlbox mit Fleisch und Getränke auffahren, wie halt bei ner Grillparty unter Freunden.

Gestern dann das große Hochzeitsgarderobeprobieren. Meine Frau hat es geschafft nur so wenig zuzunehmen, dass ihr Kleid bis August wieder passt. Ich? Nicht. No way, dass ich zwanzig Zentimeter Taillenumfang wegbekomme, nicht mit den Medis. Und ohne mein Antidepri? Geht nicht.

Sehen wir es positiv… welche Frau darf sich schon zwei Mal ein Brautkleid aussuchen, ohne dass sie dazwischen geschieden wird? Yeehaaaw! Und die Auswahl an Brautmoden mit Hose ist inzwischen deutlich größer geworden. Dachte ich. Bis ich anfing die Brautmodenhäuser, die mit „Curvy Brides“ werben anzurufen. Klassische Kleider ja. Aber so Jumpsuits? Also… nein, nur zwei oder drei und auch nur so in Größe 40 oder 42. (Brautmodengröße, also realistisch gesehen 36 oder 38.) Ich war drauf und dran verzweifelt aufzugeben, bis mir ein Geschäft, dass gar nicht explizit mit großen Größen warb sagte: „Na ja, in weiß haben wir nicht viel da, aber wenn es auch farbig sein darf, können wir helfen.“ Das ist doch mal ein Wort. Termin ist gemacht, dann geh‘ ich mal gucken. Und wenn alle Stricke reißen, bestelle ich mir was Maßgefertigtes über das Internet. In GB gibt es da dolle Angebote…

Knopflos?

Ich doch nicht 😀 Zu den vielen Dingen, die ich so handarbeite und bastle gehören auch Zwirnknöpfe.

Meine Frau wurde nun zu einem Knopfmarkt bei uns in der Nähe eingeladen, und ich darf auch mitkommen. Wir werden unsere Knöpfe ausstellen, Knopfschmuck zum Verkauf anbieten und auch ein, zwei kleine Workshops veranstalten.

So knöpfle ich wieder fröhlich vor mich hin und erfreue mich an den Farben und den Möglichkeiten. Eigentlich bin ich leicht glücklich zu machen. Buntes Garn, Nadeln und in diesem Fall noch ein paar Aluringe und das Leben ist schön…