Depression und GTD

Immer wieder schwirrt mir in den letzten Wochen durch den Kopf, wie viel wohler ich mich auf einmal fühle, seit ich via MindPapers und Management By Karteikarte ein GTD-System angefangen habe, das funktioniert. Dieses Gefühl ist es wohl, was den Bullet-Journal-Hype befeuert, nur ist das Journal halt so gar nicht meins.

Momentan führe ich mir in aller Gemütsruhe das Buch von David Allen im O-Ton zu Gemüte und lerne Seite für Seite, wie ich die bereits angefangenen Sortierungen und Angewohnheiten verfeinern kann. Ich habe mein System ja schon im den Post vom Montag und von gestern angesprochen. Und es gibt eben etwas, dass ich zwar in den mentalen Inkubator gesteckt habe, aber über das ich eben gerne schreiben will.

Weil wir es alle kennen. Dieses Gefühl vom Berg, der immer größer wird an Anforderungen, an unerledigten Dingen, Unordnung – sei sie nun innerlich oder äußerlich – die uns immer mehr und mehr belastet. Zugegeben, ich habe momentan eine stabile Phase, aber das bloße Aufschreiben aller Verpflichtungen tut gut. Sie dann eben zu kategorisieren (Nicht nach Priorität, sondern nach Kontext(!)) und nach dem 3×5-System nur drei davon auf die Daily-To-Do-List. Alles andere ist für den Tag als optional zu betrachten, damit hat man eine Zahl, die immer geht. Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach. So fertig, dass ich keine drei kleinen Erledigungen mehr fertig gebracht hätte war ich noch nie. Denn was diese drei Dinge sind, das entscheidet man ganz alleine selbst. Das kann auch sein: Aufstehen, Frühstücken, etwas lesen.

Durch das sorgfältige Zerlegen aller Gedanken und dadurch, dass ich eben brav den nächsten Schritt aufschreibe, also nicht „Datenbank fertig programmieren“ sondern ganz konkret „Warnfenster falls der User einen Monat noch mal eingeben will“, „Infofenster was passieren soll wenn ein User noch nicht angelegt ist“ und so weiter habe ich eben eine Liste mit Schritten – in meinem Fall kleine A8-Karteikärtchen – von denen jeder eine konkrete, klar umrissene Handlungsanweisung ist, die innerhalb einer Stunde oder so abgehandelt werden kann.Das meinte ich in meinem Post vom Montag, als ich von meinem nächsten Karteikärtchen auf dem Stapel schrieb.

Die auf dem Kärtchen beschriebene Handlung fertig zu stellen und das Kärtchen mit einem befriedigten „Erledigt“ zu zerreißen, das hat mich ein erstes Stück aus meinem mentalen Tief geholt. Das nächste Kärtchen pushte noch ein bißchen weiter, und so war ich dann am Ende meines Arbeitstages ein ganzes Stück weiter und wieder wesentlich besser drauf.

Was will ich euch mit diesem Erguss sagen? Dass ich persönlich festgestellt habe, dass mir ein Produktivitätsansatz wie GTD sehr gut dabei helfen kann, mich und mein Leben in den Griff zu kriegen, denn auf meiner „Drei Punkte Liste“ – die jeden Tag abgearbeitet werden MUSS – finden sich Dinge, die eben tatsächlich erledigt werden müssen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es an einem schlechten Tag schon ein Ding auf der Liste sein kann, dass ich die Liste des nächsten Tages erstelle, aber ich sehe das zuversichtlich. Zumal ich mir schon sicher bin, dass ich mir an einem schlechten Tag eine Pflicht auferlege, und dazu ein oder sogar zwei positive, schöne Aktivitäten setze.

Ich werde euch auf jeden Fall weiter auf dem Laufenden halten, wie sich die Sache mit mir, dem GTD, den Karteikarten und der Mikrowelle entwickelt. Bis dahin: einen schönen Tag!

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