Ein Jahr geschafft…

Heute dämmerte es mir, dass ich tatsächlich ein schubfreies Jahr geschafft habe. Ein Erfolg, yeah!

Das mit der „Schubfreien Zeit“ ist ja immer so ne Sache… Direkt nach der Diagnose hatte ich für ungefähr zwei Jahre meine Ruhe und der Rhythmus blieb mir dann auch treu, nach dem Absetzen des Interferons habe ich tatsächlich fast fünf am Stück geschafft, dann aber vor zwei Jahren einen superheftigen Schub im Rückenmark gehabt, bei dem ich das erste Mal tatsächlich um meine Gehfähigkeit gefürchtet habe.

Damals machte ich meine Erfahrungen mit den lokalen Ludwigsburger Neurologen, die man übrigens alle in der Pfeife rauchen kann. „Ich bin MS-krank, habe einen akuten Schub und bin erst kürzlich hier hergezogen, also leider noch nicht Patientin bei Ihnen.“ – „Ja, wir hätten dann einen Termin in drei Monaten“. Klar. In drei Monaten. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt keinen Neuro mehr, denn mein Alter hatte das mit dem Absetzen des Interferons übel genommen.

Ich ging dann also ins Krankenhaus, denn wenn die Motorik spinnt hat man keine drei Monate. So weit schon mein erster Neuro:  Bei Sensitivitätsstörungen schlaf noch mal ’ne Nacht drüber, wenn immer noch da ruf an. Bei  motorischen Störungen rufst Du an. Punkt. Sofort.

Im Krankenhaus hatte ich dann echt Glück. Die diensthabende Neurologin war sehr nett und verstand mein Problem. Nur „Wenn wir Sie behandeln, muss ich Sie stationär aufnehmen. Sind sie mobil? Also, kommen Sie nach Stuttgart?“ Eh, ja? Hab ja ein Auto. Sie bat mich um ein paar Minuten und ging telefonieren. Kam dann zurück und  meinte: „Sie warten jetzt noch kurz auf die Laborwerte, holen zu Hause Ihre Bilder und gehen dann da hin.“ – sie gab mir einen Zettel mit der Adresse der MS-Schwerpunktpraxis am Olgaeck. So kam ich zu meinem neuen Neurologen und innerhalb von ein paar Stunden zu Cortison. In der Praxis bin ich dann übrigens geblieben.

Mein Körper war leider so „überheizt“ dass er trotz der neuen Therapie mit Tecfidera innerhalb von neun Monaten noch zwei weitere Schübe produzierte. Ehrlich gesagt hatte ich da schon ein bissle Muffensausen, ob das mit dem „zwei Jahre“ noch  mal wird.

Jetzt habe ich Hoffnung. Drückt mir die Daumen, denn im letzten Jahr hatte ich deutlich mehr Probleme mit der Depri als mit der MS.

2 Gedanken zu „Ein Jahr geschafft…

Kommentar verfassen