Vor-Urlaubs-Chaos-Bericht

Als ob die letzten Wochen nicht schon genug Trubel beinhaltet hätten, steht nun unser „großer Urlaub“ vor der Tür. Zwei Wochen Bretagne, irgendwo im Nirgendwo. Okay, hoffentlich nicht ganz so „Nirgendwo“ wie unser Kloster, die Netzabdeckung sieht auf dem Papier zumindest sehr gut aus.
Aber ein Weiler mit 10 Häusern und viel Natur rund ums Häuschen.

Ich freue mich auf das „in den Tag hineinleben“, auf viel Zeit für Kreativität, viele Möglichkeiten, alte Steine zu erforschen.

Aber heute, heute habe ich noch ein kleines Hamsterrädchen im Kopf, das mir Zeug zuschreit… „Du brauchst unbedingt noch ’ne Trekkinghose. Und ’ne neue Jeans, oder Du flickst die, bei der der Schritt durchgewetzt ist. Und Physio hast du heute auch noch. Kofferpacken ist angesagt und…“ Und… und… und.

Und morgen Abend werden wir schon in Reims sein. Uff.

Wenigstens weiß ich unsere Bonsaipanther in guten Händen, denn ein begeisterter Cat-Sitter wird so quasi bei uns einziehen und die zwei nach allen Regeln der Kunst beschnuffeln.

Gänseblümchen der Woche #21

Uff, und wieder hänge ich hinterher mit den Gänseblümchen… Was aber eben daran liegt, dass momentan so verfnixt viel los ist. Letzte Woche war das Gänseblümchen, das mir die ganze Woche versüßte eindeutig das Stars-In-Town-Festival in Schaffhausen, mit einem grandiosen Open-Air-Konzert von Roger Hodgson und Toto.
Aus Deutschland ist man es irgendwie gewöhnt, dass Festivals in Innenstädten (dieses findet auf dem Marktplatz statt) viel zu früh anfangen, um ja auch früh fertig zu sein. In der Schweiz? Ist alles anders. Ja, die Vorgruppe spielte ab 18:30, aber die Local Heroes hatten über eine Stunde, erst kurz nach 19:30 verabschiedeten sie sich von der Bühne um Zeit für den Umbau zu lassen. Punkt Acht ging es dann mit Roger Hodgson und seiner Band weiter. Die dann für mehr als anderthalb Stunden den Platz zum Jubeln brachten. Auch wenn es den ganzen Tag regnerisch ausgesehen hatte, nur während des letzten Stücks „It’s Raining Again“ fiel etwas nasses Zeug vom Himmel 😀 Joh, dann war es also gediegen 21:35 und Toto wurden auf 22:00 angesagt. Ich so „Hä?“… na ja, aber so war dem dann 😀 Die spielten dann mit Begeisterung und Konsequenz (minimales Dazwischengelaber) ein Bombenprogramm das sich irgendwo zwischen I, IV und Seventh One bewegte, um dann pünklich auf 23:30 mit einem Finale Furioso die Bühne zu verlassen. Auch bei Toto übrigens blieb es trocken, erst während der letzten beiden Stücke begann es zu regnen.
Fragt nicht, wie sich meine Beine danach fühlten, nicht nur platt gestanden, auch leicht spastisch. Aber wurscht. Es war so was von toll.
Nächstes Jahr wieder? Aber so was von, wenn die richtige Musik spielt.

Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag… Rock-Konzert ohne Gehörschutz tu‘ ich meinen Ohren ja schon lange nicht mehr an, ich habe maßgefertigte Elacine, die man kaum spürt und die den Klang nur wenig verändern. Richtig cool war: In der Schweiz konnte ich die „dichten“ 25-dB-Filter gegen die „offeneren“ 12-dB-Filter austauschen, denn selbst vor der Bühne war es damit nicht zu laut. Deutschland, lerne. Mit Lautstärke einen suboptimalen Mix ausgleichen ist doof.

Verwickelt und zugeknopft…

Das Knopfwochenende im Kloster Wettenhausen ist durchaus einen ausführlicheren Bericht wert. Knopfwochenende? Ja, genau. Ein Workshopwochenende, gewidmet dem Erlernen der Kunst, Posamentknöpfe und Zwirnknöpfe herzustellen.
Erst mal… Wettenhausen. Das liegt in der Nähe von Günzburg und wurde von der modernen Welt fast komplett links liegen gelassen. Netz? Glückssache. Egal bei welchem Provider. Das kann aber überraschend entspannend sein. Vor allem, wenn man in einem Kloster ist, das tatsächlich noch „in Betrieb“ ist, in dem tatsächlich noch Schwestern leben. Irgendwie passt man sich der klösterlichen Ruhe an und kommt zu derselben. Zumindest, wenn einen nicht die Gänseherde der mit-Kursteilnehmerinnen umschnattert.
Für den Aspie in mir ist so was ja immer ein Spagat. Einerseits „Mehr Input“ im Bereich meines Spezialinteresses „Alte Handarbeits- und Kunsthandwerkstechniken“, andererseits eben ein Kurs mit Leuten. Also fremden Leuten. In einer fremden Umgebung. Wenn es dumm läuft, ohne Ich-Zeit.
Die Kursleitung war großartig, sehr motivierend, mit klaren Erklärungen und dem großartigen Eingehen auf die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten. Hier kann ich ohne schlechtes Gewissen eine eins Plus aussprechen. Die Technik? Macht extrem viel Spaß und bringt schnell hübsche Ergebnisse hervor. Bilder aktuell leider nur auf Instagram, zu finden unter @coeurdesouriceau.
Die Location habe ich ja schon bejubelt.

Was leider immer schwerer zu ertragen war, je länger das Wochenende dauerte, war die Gänseherde der Mitteilnehmerinnen. Ob es nun schnatternde Gänse waren, arrogante und rechthaberische Gänse, oder schlicht dumme Gänse. Oder zumindest solche, die es nicht schaffen zuzuhören. So richtig nett und sympathisch war… keine. Ich dankte dem Himmel des öfteren für die beste Ehefrau von allen und diese grinste immer wieder ob meiner nicht immer dezent verdrehten Augen.

Alles in Allem möchte ich dem Wochenende aber ein dickes Daumen nach Oben geben. Ich habe es genossen und total Lust auf „mehr Knöpfe“. Ob nun für Schmuck oder für den besonderen Knopf beim Quilt knoten…

Gänseblümchen der Woche #20

Scheint aktuell Tradition zu werden, dass ich die Gänseblümchen immer erst im Lauf des Montags geschrieben bekomme. Ich glaube, ich muss wieder zurück zu „jeden Tag aufschreiben und dann am Sonntag „Autoveröffentlichen“.

  • Dienstag: Mit den Kollegen „Best Burger in Town“ gegessen. Das von einem erst kürzlich in Deutschland angekommenen Amerikaner will schon was heißen.
  • Mittwoch: Superleckeres Kantinenessen, Curry-Huhn-Spieß mit Joghurtsauce und Couscous.
  • Donnerstag: Physiotherapie. Eigentlich ein Höhepunkt jeder Woche. Mein Bein gewöhnt sich so langsam an die Einlagen und die Verspannungen werden immer weniger.
  • Freitag bis Sonntag: Kloster-Knopfwochenende im Kloster Wettenhausen. Sehr entspannend und bei aller Bastelei auch durchaus besinnlich.

Finished is better than perfect

…or… the first quilt I finished on our new Q24 longarm.

Actually, it has quite some history of its own, even before the longarm quilting.
The brown paisley fabric used for the background was among the first fabrics I ever bought after starting to quilt five years ago. I bought all that was left of the bale, about 1.7 meters, if I recall clearly. Getting more of it? Impossible, as the fabric belonged to a collection which I don’t even remember, being umm… years old.
Step one was to find fabrics to go with it then. This took me a while, until I decided on some Northcott Midas Touch fabrics which fit the colours and added a new twist with their modernish use of that touch of gold.
Then there was a pattern to find, which would use the paisley to the max and made a nice and snuggly sofa quilt. I found one in our Jelly Roll books by Pam and Nicky Lintott, and adapted it to the amount of Fabric I had.
All of that done, I finished the top in no time.

Quilttop, braungrundiger Paisley mit Kettenlinks

Next problem was how to quilt it. I somehow was totally on the „must quilt this by hand“ trip. Started hand quilting it as well, with thin pearl cotton. And was disappointed. Somehow the idea of making the chain links stand out and the paisley background really go back didn’t work. Which made the project sit as UFO for some… three years or so.

After having our Q24 installed, we doodled around on some white fabric with coloured thread, but it quickly became clear to me that nothing teaches you quilting a top like… well… quilting a top. I decided to rip out the hand quilting and have this as my very first longarm-quilted top, got new batting and a new backing fabric (both were too scant for what is recommended on a longarm) and there I went…

Setting up the layers on the machine went on surprisingly fast, even though it was the first time I did it by myself. The nice thing? No more crawling around on the floor, no more desperately trying to get everything right and proper with safety pins, or tacking or one of the thousand other methods of basting.

Next, I put in the chosen thread. I love to quilt with Sulky machine embroidery thread in size 40 as it has such a lovely sheen and not too much lint. Oh, and it is available in a wide choice of colours in my domestic sewing materials shop. The setup went pretty fast, the stitches came out nice and even, I merely realized that the one feature I always had to remember when using it on my domestic machine also applied to the longarm. Never have the spool too full or the thread will hop off and rip. As soon as I’d corrected that mistake, quilting was a dream. Okay, at first I planned to call the quilt pattern „drunkards lines“ or something like that, as I have a lot of difficulties of quilting anything remotely straight-lined on the Q24 for now.

Rückseite des Quilts, Blaugrau, hier sieht man die gequilteten Linien sehr deutlich.

While working towards the finish of the quilt I remembered the fantastic workshop we had with Angela Walters in Birmingham two years ago, when after working on a Sweet Sixteen for half a day, she showed us how to use a longarm. And so – in acknowledgement of her brilliant encouraging words – the quilt will be named „Finished is better than perfect“. The quilt is finished, in „no time“. And „perfection“ – whatever that may be – is for another day.

Detailansicht eines Kettengliedes von Vorne